Geschichte

Torbogen zur Münsteraner Innenstadt
Geschichte der Sozialen Einrichtungen
Das Haus vom Guten Hirten wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Kloster mit der Rechtsform einer Stiftung gegründet. Der sozial engagierte Pfarrer Aumöller von St. Mauritz reagierte auf soziale Probleme in der Stadt Münster und bat die Schwestern vom Guten Hirten, nach Münster zu kommen, um sich um sittlich gefallene und moralisch verwahrloste Mädchen zu bessern. Die Kongregation der Schwestern vom Guten Hirten, gegründet von Sr. Eufrasia Pelletier in Frankreich, engagiert sich weltweit auf sozial-caritativem Gebiet.
Das Haus vom Guten Hirten entwickelte sich als Fürsorgeheim mit überregionalem Einzugsbereich. Für eine große Zahl von Mädchen und jungen Frauen bot das Haus vom Guten Hirten eine Möglichkeit, dem bedrückenden sozialen Elend zu entkommen. Andernfalls blieb häufig nur der Weg in die Prostitution.

Seit Anfang des letzten Jahrhunderts wurden neben der Fürsorgetätigkeit in großem Umfang hauswirtschaftliche Ausbildungen durchgeführt und damit weitere Personenkreise in das Haus aufgenommen. Nach und nach entwickelten sich spezielle Ausbildungsgänge mit staatlichen Prüfungen, die etwa Mitte der siebziger Jahre ausliefen.

Ein heilpädagogisches Kinderheim, das Anfang der siebziger Jahre aufgebaut wurde, arbeitete bis Mitte der achtziger Jahre als moderne Jugendhilfeeinrichtung und wurde dann aufgrund sinkenden Bedarfes und wegen einer Neuorientierung des Ordens geschlossen.

Das heutige Wohnheim für Menschen mit Behinderungen entwickelte sich seit 1983 aus dem Rehabilitationsbereich für junge erwachsene Frauen, parallel zum Auslaufen der Jugendhilfe.

1992 wurde eine Rahmenkonzeption für 89 Wohnplätze verabschiedet, die in den Folgejahren regelmäßig differenziert und modifiziert wurde. Unter anderem wurden unterschiedliche dezentrale Angebote geschaffen. Die Zielgruppe entwickelte sich deutlich in Richtung der Aufnahme von erwachsenen Frauen und Männern mit einer psychischen Behinderung.

Mit Einführung der Pflegeversicherung in den 90er Jahren wurde ein Pflegebereich mit 16 Betten eröffnet, der zunächst ausschließlich für Ordensangehörige geplant war, seit 2003 für pflegebedürftige Frauen geöffnet wurde. In der Zusammenarbeit mit dem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen entwickelte sich zudem ein gerontopsychiatrischer Schwerpunkt.

Die Kindertagesstätte Sterntaler – gegründet 1984 als Initiative des Katholischen Deutschen Frauenbundes – gehört seit dem Jahr 2000 zu den Sozialen Einrichtungen.